Sexualität während der IVF-Behandlung: Was ist erlaubt, worauf sollte man achten?
Die erste erfolgreiche IVF-Behandlung wurde 1978 in Großbritannien durchgeführt. Seitdem hat sich die Methode kontinuierlich weiterentwickelt, und weltweit wurden mehr als 20.000 Kinder mithilfe dieser Technik geboren. Auch wir vom Kinderwunschzentrum Zypern möchten betonen, dass für den Erfolg der Behandlung einige wichtige Faktoren zu beachten sind.
Neben einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, dem regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln sowie der Vermeidung von Stress spielt auch das Verhalten im Bereich der Sexualität eine Rolle.
Sexualität während der IVF: Grundsätze
Viele Paare fragen sich, ob Geschlechtsverkehr den Erfolg der IVF negativ beeinflussen kann. Grundsätzlich ist Geschlechtsverkehr während der IVF-Behandlung nicht generell verboten. Dennoch gibt es bestimmte Phasen im Behandlungsverlauf, in denen sexuelle Aktivität eingeschränkt oder vermieden werden sollte.
Insbesondere zu beachten sind:
- Die Stimulation der Eizellreifung: In dieser Phase können hormonelle Medikamente zu Spannungen, Schmerzen oder einem unangenehmen Gefühl führen. Wenn der behandelnde Arzt keine Einwände hat, ist Geschlechtsverkehr in dieser Phase möglich, sollte jedoch achtsam erfolgen.
- Die Eizellentnahme (Punktion): Diese erfolgt unter Sedierung und ist ein invasiver Eingriff. Danach ist der Körper der Frau empfindlich, die Gebärmutter gereizt. In dieser Phase ist Geschlechtsverkehr nicht zu empfehlen.
- Die Embryotransfer-Phase: Auch hier raten wir in der Regel zu einer Sexualpause von mindestens einer Woche. Ziel ist es, optimale Bedingungen für die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter zu schaffen und keinen mechanischen oder hormonellen Stress auszulösen.
- Die Zeit vor der Spermienabgabe beim Mann: Um eine bestmögliche Samenqualität zu gewährleisten, sollte der Mann mindestens 2 Tage vor der Abgabe keinen Samenerguss haben (weder durch Sex noch Masturbation).
Individuelle Unterschiede und emotionale Faktoren
Jede IVF-Behandlung ist individuell. Was für das eine Paar funktioniert, kann für ein anderes ungeeignet sein. Deshalb ist die Absprache mit dem behandelnden Arzt besonders wichtig. Auch die psychische Verfassung der Frau spielt eine Rolle: Die hormonellen Veränderungen während der Behandlung können das sexuelle Verlangen beeinflussen.
Nicht selten kommt es in dieser Phase zu Unlust, emotionaler Erschöpfung oder auch körperlichem Unwohlsein. In solchen Momenten ist Verständnis und Rücksichtnahme in der Partnerschaft entscheidend.
Sexuelle Abstinenz während kritischer Phasen ist wichtig:
- Nach der Eizellentnahme (bis zur Erholung)
- Nach dem Embryotransfer (mindestens eine Woche)
- Vor der Spermienabgabe (mindestens 2 Tage)
Wichtiger Hinweis: Sobald ein Schwangerschaftsnachweis erbracht wurde, kann unter Berücksichtigung der individuellen gesundheitlichen Situation und nach ärztlicher Freigabe wieder Geschlechtsverkehr stattfinden.
Fazit:
Sexualität während der IVF ist ein sensibles Thema. Sie ist nicht generell verboten, sollte jedoch in bestimmten Phasen eingeschränkt werden. Der offene Austausch mit dem Arzt sowie ein achtsamer, respektvoller Umgang in der Partnerschaft sind der Schlüssel für eine erfolgreiche und stressfreie Behandlung. Jeder Schritt sollte individuell angepasst werden, um die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu maximieren.








